Tipps zur Umstellung

Praktische Hinweise zur Umstellung auf kleinere Wabenzellen

Ursprüngliche europäische Honigbienen waren bei weitem kleiner, als wir dies heute gewohnt sind. Wie Daten von Cowan (1890) belegen, betrug der naturgemäße Durchmesser einer Arbeiterinnenzelle damals 4,72 – 5,36 mm. Die Zellen im Brutbereich maßen durchschnittlich etwa 4,9 mm. Durch die Einführung der künstlichen Mittelwände war es möglich die Zellen und in Folge auch die Bienen selbst zu vergrößern. Dieser Prozess vollzog sich in Europa vor allem zwischen 1890 und 1920. Seitdem haben die meisten Mittelwände einen Zelldurchmesser von ca. 5,5 mm. In der Imkerliteratur späterer Jahrzehnte findet diese künstliche Vergrößerung der Wabenzellen bzw. der Bienen selbst kaum mehr Erwähnung. Offensichtlich akzeptierte man die dann gegebene Größe als „natürlich“, da auch der Naturbau mit etwas Verzögerung die größeren Maße annahm.

Leider hat unter dieser unnatürlichen Vergrößerung die Vitalität der Bienen wesentlich gelitten, was sich aber erst seit der Ausbreitung der Varroa in vollem Umfang bemerkbar macht.

Die Imker Dee und Ed Lusby aus Arizona haben diesen Umstand vor etwa zehn Jahren entdeckt und publiziert. Die Umstellung auf die weitgehend natürliche Zellgröße von 4,9 mm in ihrem Betrieb mit etwa 1000 Völkern brachte einen ganz wesentlichen Aufschwung.

Erfahrungen der Lusbys, aber auch vieler anderer Imker aus Nordamerika und inzwischen auch aus Europa deuten darauf hin, dass Bienenvölker, die stabil auf einwandfreiem 4,9 mm-Bau etabliert sind, entscheidende Vorteile haben.

  • Sie erleben eine bei weitem raschere Entwicklung, was vermutlich unter anderem dadurch begründet ist, dass die Brut von vier 5,5 mm-Waben auf drei 4,9 mm-Waben Platz hat. Die Thermoregulation einer größeren Brutmenge ist erleichtert, was vor allem im Frühjahr von Vorteil ist. Infolge der schnelleren Entwicklung sind höhere Ernten aus der Frühtracht zu erwarten.
  • Obwohl die künstlich vergrößerten Bienen größere Honigmägen und längere Rüssel erwarten lassen, sind die Erträge von Völkern auf 4,9 mm-Bau nach dem Erreichen der Vollentwicklung, also in der Sommertracht, in der Regel nicht geringer, nach einigen Angaben sogar höher.
  • Sämtliche Brutkrankheiten, von der Kalkbrut bis zur Amerikanischen Faulbrut, aber auch Krankheiten der erwachsenen Bienen wie die Tracheenmilbe treten nicht mehr auf oder werden von den Bienen bald wieder beseitigt. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass die Tracheenmilbe sowie der Erreger der Kalkbrut überhaupt erst nach der künstlichen Vergrößerung der Biene durch Mutation aus harmloseren Organismen entstanden sind.
  • Nach bisherigen Erfahrungen können die meisten „kleinzelligen“ Völker langfristig ohne Varroa-Behandlung gehalten werden ohne dabei signifikante Varroa-Schäden zu erleiden.

Durch eine erfolgreiche Umstellung auf die Zellgröße von 4,9 mm werden also eine Menge Probleme gelöst. Nur: Leider ist diese Umstellung an sich ein gravierendes Problem, das keineswegs leicht zu bewältigen ist. Unsere Bienen wurden seit annähernd 100 Jahren auf den künstlich vergrößerten Zellen selektiert. Damit ist vermutlich bei den meisten Stämmen die Fähigkeit zum Bau und zur Bebrütung der kleinzelligen Waben auf genetischer Ebene verloren gegangen. Unter stabiler Etablierung auf einwandfreiem 4,9 mm-Bau ist insbesondere zu verstehen, dass die Völker selbst 4,9 mm-Mittelwände ohne Unregelmäßigkeiten ausbauen und einwandfrei bebrüten können. Um diesen Zustand zu erreichen, ist ein u.U. langwieriger Umstellungsprozess nötig, der in der Regel auch mit Umstellung der Bienenherkunft bzw. einer strengen Selektion einhergeht.

Da Mittelwände mit der Zellgröße von 4,9 mm seit März 2002 auch von einem bayerischen Hersteller angeboten werden, haben einige Imker mit dieser Umstellung experimentiert, leider nur wenige mit Erfolg. Erik Österlund aus Schweden, der sich als erster europäischer Imker mit diesem Problem auseinandergesetzt hat, beschreibt seine ersten Erfahrungen so:

"Ich habe im Sommer 2000 70 meiner 100 Völker getestet und ihnen Mittelwände mit 4,8 mm Zelldurchmesser gegeben. Dabei wurde jeweils ein ganzer Raum mit 12 halb hohen Rähmchen aufgesetzt. 1(!) Volk baute die Mittelwände überraschend perfekt aus (Abb. 1) 5 Völker brachten gute Ergebnisse, 10 weitere bewerkstelligten die Aufgabe befriedigend. Einige Völker wurden im Herbst 2000 ausschließlich auf 4,8 mm Zellen eingewintert. 10 Völker waren überhaupt nicht in der Lage, die Mittelwände auszubauen. Es entstanden hässliche Waben, die ich einschmelzen musste. Auch die restlichen 44 Völker brachten unbefriedigende Ergebnisse. Sie mussten über eine Zwischengröße – 5,1 mm – umgestellt werden."

Zwei Phänomene sind beim Ausbau von kleinzelligen Mittelwänden in ungeeigneten Völkern zu beobachten:

  • Es werden Reihen (meist waagrechte) von Zellen angelegt, die sich nach geringer Bauhöhe verjüngen und blind enden. Infolgedessen werden die Nachbarzellen vergrößert. (Abb. 2) Solche Waben können vorläufig akzeptiert werden, wenn sich die Menge der blinden Zellen in Grenzen hält.
  • In völlig unregelmäßigem Muster werden blinde Zellen eingebaut, oft bis zu einem Drittel der Zellen. Der Rest wird zu sehr großen Drohnenzellen, die aber infolge der Unregelmäßigkeit meist zögerlich bebrütet werden (Abb. 3). Dies tritt vor allem im Frühjahr bei starken Völkern auf. Solche Waben müssen unbedingt sofort wieder entfernt werden.


Abb. 1 Eine perfekt ausgebaute Wabe mit 4,8 mm Zelldurchmesser. Die Mittelwand wurde einem Volk gegeben, das mit Waben mit 5,5 mm großen Zellen ausgestattet war. Ein Glücksfall, der nicht immer zu erwarten ist. Foto: Erik Österlund


Abb. 2 Eine Wabe mit blinden Zellreihen. Die Nachbarzellen sind infolge dessen vergrößert.


Abb. 3 Eine völlig vermurkste Wabe. Ca. 1/3 der Zellen endet blind; der Rest wird zu unregelmäßigen Drohnenzellen vergrößert.


Abb. 4 Kunstschwärme mit großen Bienen werden auf „M“-Mittelwände (5,1 mm Zelldurchmesser) eingeschlagen.

Es gibt inzwischen einige Imker, die bei der Umstellung auf 4,9 mm-Zellen nach vielen Versuchen und Irrtümern zum Erfolg gelangt sind. Ihre bisherigen Erfahrungen sollen hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zusammengefasst werden.

Diese Erfahrungen konzentrieren sich im wesentlichen auf drei Bereiche:

  • Genetische Voraussetzungen, also die Herkunft der Königin.
  • Phänotypische Voraussetzungen an die bei der Umstellung vorhandenen Arbeiterinnen.
  • Beuten- und Betriebstechnische Hinweise. Oder: Wo sollen die kleinzelligen Mittelwände gegeben werden?


Genetische Voraussetzungen

Etablierte Linien der Zuchtrassen Carnica und Buckfast wurden viele Jahrzehnte lang auf künstlich vergrößerten Zellen selektiert. Dabei wurden diejenigen Völker, die mit den vergrößerten Zellen am besten zurecht kamen, bevorzugt. Es ist zu erwarten, dass viele dieser Linien (aber nicht unbedingt alle!) inzwischen die Fähigkeit, kleine Zellen zu bauen, auch auf genetischer Ebene verloren haben. Werden solche Völker auf ausgebaute Waben mit Zelldurchmessern von 4,8 oder 4,9 mm gesetzt (gezwungen), entsteht eine unnatürliche Situation. Nach den Erfahrungen der Lusbys sind solche Völker nicht genügend varroaresistent, auch wenn sie auf reinem 4,8 mm-Bau leben. Bei neueren Buckfastlinien, die erst vor einigen Generationen mit einer neuen Herkunft (meist „Wild“-Herkünfte) kombiniert worden sind, oder aber bei Neuimporten selbst, ist diese Eigenschaft kleine Zellen auszubauen, vermutlich häufig anzutreffen.

Die Königinnen selbst bereiten in der Regel keine Probleme. 4,9 oder 4,8 mm-Zellen werden von allen Königinnen bestiftet. Kleinere Zellen werden von ihnen sogar eindeutig zur Eiablage bevorzugt. Dies spiegelt auch die Tendenz wider, dass Naturvölker im Honigspeicherbereich Zellen bauen, die um 0,3 – 0,5 mm größer sind als im Brutbereich.

Völker, die trotz der Aufzucht in 5,5 mm-Zellen sichtbar kleinere Bienen hervorbringen dürften u.U. in der Lage sein, Mittelwände mit 4,9 mm-Zellen auszubauen. Man findet solche Völker am ehesten unter Neukombinationen mit z.B. A. m. meda, A. m. monticola und andere. Auch die Primorski-Herkunft sowie mittel- und nordeuropäische Mellifera-Herkünfte haben häufig erstaunlich kleine Bienen. Eine weitere Möglichkeit bieten Bienen-Herkünfte, die aus bestimmten Gründen (Heide-Betriebsweise, Bio-Imkerei) über viele Generationen weitgehend auf Naturbau gehalten wurden. In diesem Fall sollte der Naturbau vermessen werden.


Phänotypische Voraussetzungen

Die Körpergröße der Arbeiterbiene wird nicht nur durch ihre Erbanlagen, sondern auch durch die Größe der Zelle, aus der sie geschlüpft ist, bestimmt. Diese beiden Faktoren – genetische und phänotypische - wirken auf Bienen unterschiedlicher Herkunft unterschiedlich stark. Es gibt durchaus Herkünfte, die trotz der Aufzucht in 5,5 mm-Zellen relativ klein sind. Die genauen Zusammenhänge sind unklar.

An der Körpergröße der Baubienen wird im allgemeinen die Größe der zu bauenden Zellen bei Naturbau festgelegt. Doch auch hier zeigen sich Unterschiede. „Genetisch kleine“ Bienenherkünfte zeigen die Tendenz, auf Naturbau kleinere Zellen zu bauen als diejenigen, aus denen sie geschlüpft sind. Erik Österlund hat in Apidea-Kästchen Zellgrößen von 4,95 – 5,50 mm gefunden, obwohl die Baubienen selbst aus 5,5 mm großen Zellen geschlüpft waren. Dabei zeigte sich eine signifikante Ähnlichkeit in der Zellgröße bei Völkchen, die aus dem gleichen Muttervolk stammten bzw. deren Muttervölker mit Geschwisterköniginnen beweiselt waren. Die meisten Völkchen bauten Zellen von 5,1 – 5,3 mm Durchmesser. Auf diese Art würden sich solche Bienen im Laufe von z.B. 5 - 10 Waben-Generationen von selbst auf ihre natürliche Größe verkleinern. Doch ist eine Beschleunigung durch die Gabe kleinzelliger Mittelwände wünschenswert.

Um die phänotypisch geeignetsten Völker im Bestand zu finden, seien hier einige mögliche Vortests empfohlen. Wie oben angedeutet, bringen manche Völker auffällig kleine Bienen hervor. Diese sind vermutlich am besten geeignet, Mittelwände mit Zellen von 4,9 mm Durchmesser auszubauen. Als Vortest ebenfalls geeignet ist die Vermessung von Naturbau, z.B. in Begattungskästchen, wenn bekannt ist, aus welchem Volk die Begattungsvölkchen stammen. Wichtig ist dabei, dass der Arbeiterbau aus dem Brutnest-Bereich stammt, nicht etwa von Randwaben Auch Drohnenbau eignet sich für diesen Zweck. Entscheidend ist das Verhältnis der Zellgrößen zwischen den einzelnen Völkern.


Beuten- und betriebstechnische Hinweise

Es gibt einige Bedingungen unter denen der Ausbau kleinzelliger Mittelwände mit besserem Erfolg bewerkstelligt wird. Die Gründe und Zusammenhänge sind nur teilweise erklärbar. Hier soll nur eine Zusammenfassung aller bekannten Bedingungen dargestellt werden.

  • Kleinere Schritte, z.B. von 5,5 mm auf 5,1 mm sind leichter zu bewältigen als größere, also z.B. direkt von 5,5 mm auf 4,9 mm.
  • Schwache Völker sind besser geeignet als starke.
  • Kunstschwärme sind besser geeignet als Völker mit etabliertem Bau.
  • Ein vorhandener Drohnenrahmen scheint den Drang zum Umbau der Mittelwände zu Drohnenbau abzumildern.
  • Bei Völkern, die mehrere Zargen belagern, werden Mittelwände in den oberen Zargen (Honigspeicherbereich) eher vermurkst, auch von Bienen, die selbst aus kleinen Zellen geschlüpft sind, als Mittelwände in den unteren Zargen (Brutbereich). Dies entspricht der natürlichen Tendenz im Honigbereich größere, im Brutbereich kleinere Zellen zu bauen.
  • In Dadant-Ablegern, die mit vielen Mittelwänden auf einmal erweitert werden, können diejenigen Mittelwände, welche weiter vom Brutnest entfernt sind, vermurkst werden, obwohl die Bienen selbst schon aus kleinen Zellen geschlüpft sind. Idealerweise werden höchstens zwei Mittelwände auf einmal gegeben. Dabei sollten diese direkt an Brutwaben gehängt werden. Beste Ergebnisse werden erzielt, wenn die Mittelwände zwischen zwei Brutwaben gegeben werden.
  • Es gibt auch bestimmte Zeiten im Jahr bzw. im Lebensrhythmus eines Bienenvolkes, in denen kleine Zellen bevorzugt gebaut werden: 1. Im zeitigen Frühjahr vor der eigentlichen Frühtracht; 2. Bei abgeschwärmten Völkern, wenn die Jungkönigin mit der Eilage beginnt. 3. Im Spätsommer nach dem Drohnenabtrieb, wenn das Brutnest für den Winter umorganisiert wird. Auf Ableger sind diese Zeiten nicht unbedingt übertragbar, da diese z. T. einen anderen Entwicklungsstand haben.

Selbst Völker, die schon auf 4,9 mm-Bau etabliert sind, neigen gelegentlich dazu, die kleinzellige Mittelwandprägung zu ignorieren und größere Zellen zu bauen, wenn Honigspeicherzellen gebaut werden sollen. Dies tritt vor allem im oberen Beutenbereich, bei voll entwickelten Völkern und zur Volltracht (oder bei starker Fütterung) auf. Für den Ausbau kleinzelliger Mittelwände sollten die entsprechenden Beutenbereiche und Jahreszeiten gemieden werden, besonders bei voll entwickelten Völkern.


Die elegante Lösung: Der Kunstschwarm mit 2 Schritten

Um die Anfangsphase etwas zu erleichtern, wird empfohlen, die Rückverkleinerung in zwei Schritten vorzunehmen. Beste Erfahrungen haben wir mit schwachen Kunstschwärmen gemacht, die zunächst auf wenige Mittelwände mit Zelldurchmessern von 5,1 mm eingeschlagen werden. Mit dieser mittleren Zellgröße kommen nahezu alle Bienenherkünfte zurecht. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, sollten die Waben am Oberträger gekennzeichnet werden; in unserem Fall mit „M“ für „medium“ (5,1 mm) und „S“ für „small“ (4,9 mm).

Dieses Verfahren ist besonders dann anzuraten, wenn die verfügbaren Arbeiterinnen der etablierten Völker möglicherweise wenig zur Verkleinerung geeignet sind. Die Königinnen sollten aber auf jeden Fall aus geeigneten bzw. vielversprechenden Herkünften stammen. Die erste aus den 5,1 mm-Zellen schlüpfende Bienen-Generation wird dann sowohl genetisch als auch phänotypisch in der Lage sein, Mittelwände mit 4,9 mm-Zellen einwandfrei auszubauen. Mittelwände mit 4,9 mm Zelldurchmesser können ca. 5 – 6 Wochen nach dem Einschlagen des Kunstschwarms gegeben werden; zu einer Zeit höchstens zwei auf einmal. Diese müssen unbedingt direkt an das Brutnest gehängt werden, besser noch zwischen zwei Brutwaben.

Die Waben mit 5,1 mm-Zellen werden später in den Randbereich der Beute verschoben. Dort können sie noch einige Zeit als selten bebrütete Randwaben belassen werden. Irgendwann sollten sie jedoch entfernt werden. Ein regelmäßiger Bau mit der Zellgröße 4,9 (oder 4,8) mm im Brutraum ist nach den Lusbys zur Erreichung von Varroaresistenz unabdingbar.


Abb. 5 Auch vergrößerte Bienen können in der Regel Mittelwände mit 5,1 mm Zelldurchmesser einwandfrei ausbauen


Abb. 6 Etwa 5 bis 6 Wochen nach dem Einschlagen des Kunstschwarms kann mit „S“-Mittelwänden (4,9 mm Zelldurchmesser) erweitert werden.


Abb. 7 Das Ziel: perfekt ausgebaute und bebrütete Waben mit 4,9 mm. Diese Dadantwabe hat etwa 10.000 Brutzellen.


Der Honigraum

Sowohl die Lusbys in Arizona als auch Erik Österlund in Schweden benutzen in Brut- und Honigraum das gleiche Rähmchenmaß. Da Waben zwischen den beiden Beutenteilen auch ausgetauscht werden, war es sinnvoll, alle Waben auf die kleinere Zellgröße umzustellen. Anders ist dies bei z.B. Dadantbeuten, wo im Honigraum halb hohe, nie bebrütete Waben eingesetzt werden.

In natürlich bauenden Völkern sind die Zellen im Honigspeicherbereich ca. 0,3 – 0,5 mm größer als im Brutbereich. Aus diesem Grund dürfte nichts dagegen sprechen, im Honigraum weiterhin Mittelwände mit Zelldurchmessern von 5,5 mm einzusetzen, zumindest in der Anfangsphase. Bis jetzt liegen hierzu allerdings noch keine Erfahrungen vor. Das Bauverhalten der kleinen, aus 4,9 mm-Zellen geschlüpften Bienen auf 5,5 mm-Zellen im Honigraum muss unbedingt beobachtet werden!

In den 60er Jahren wurden in den USA Versuche mit unterschiedlichen Zellgrößen in Brut- und Honigraum unternommen. Im Brutraum (Meist 2 Langstroth-Zargen) wurden dabei Zellen von 5,1 mm Durchmesser eingesetzt, im Honigraum Zellen von 5,7 mm Durchmesser. Diese Aufteilung war so erfolgreich, dass dabei ein Absperrgitter überflüssig wurde. Die Königinnen bevorzugen zur Eiablage immer die kleineren Zellen. Da aber in den USA verschiedene Rähmchenmaße für Brut- und Honigraum wenig üblich sind, wurden die übergroßen Zellen häufig versehentlich auch im Brutraum eingesetzt – mit unangenehmen Folgen. Aus diesem Grund wurde diese Methode wieder aufgegeben.

Ob sich dieses System auch in Dadantbeuten mit den Zellgrößen 4,9 mm im Brutraum und 5,5 mm im Honigraum bewähren kann, wurde bis jetzt noch nicht ausprobiert.

Viel Erfolg!

Thomas Kober, Auerschmiede 7, 83737 Irschenberg, ImkereiKober@aol.com