Bienenpflege

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Wie funktioniert die Varroa Behandlung bei Bienen?

Viele Imker setzen auf die Varroa Behandlung mit Ameisensäure. Die Varroa Milbe (Varroa jacobsini – Unterart, die für die östliche Honigbiene gefährlich wird) selbst wird nur 1,1 Millimeter lang und 1,6 Millimeter breit und lebt als Parasit an Honigbienen (Apis cerana = östliche Honigbiene). Lange glaubte man, dass die Milbe sich von der Körperflüssigkeit der Bienen (Hämolymphe) ernährt, doch mittlerweile weiß man, dass die Ernährung der Milbe eher durch Fettkörper erfolgt. Sie entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Die Varroa destructor zählt daher auch zu den bedeutendsten Bienenschädlingen der Welt. Während die Varoose in Österreich anzeigepflichtig und in der Schweiz als „zu überwachende Seuche“ eingestuft ist, hat man sie in Deutschland zwar in der Bienenseuchen-Verordnung geregelt, aber eine Anzeige- bzw. Meldepflicht ist nicht vorgesehen. Aufgrund der großen Schäden, die die Milben an Brutzellen und Co. verursachen können, setzen viele Imker auf eine Varroabehandlung des gesamten Bienenstocks.

Varroa Behandlung mit Ameisensäure

In der Natur kennt man die Ameisensäure als wirksamen Stoff gegen Milben. Nicht selten sieht man Vögel, die in Ameisenhaufen baden, um so die Milben im Federkleid los zu werden. Kein Wunder also, dass die Ameisensäure auch bei einem Varroabefall der Drohnenbrut gerne zum Einsatz kommt.

Die Säure selbst ist farblos, stark ätzend und schwerer als Luft. Im Bienenstock sinkt die Ameisensäure daher nach unten. Wenn die Luft im Bienenstock eine gewisse Konzentration der Ameisensäure enthält, ist sie so übersäuert, dass die Milben abgetötet oder zumindest geschädigt werden, da sie nicht mehr richtig atmen können. Den Bienen selbst macht es weniger aus. Da die Milbe sehr leicht ist und eine große Körperoberfläche hat, hat sie eine deutlich höhere Atmungsaktivität als die Honigbienen.

Besonders wichtig ist es, dass die Ameisensäure sich auch in der Brut ausbreitet. Die Zelldeckel der Brutzellen sind aber ohnehin luftdurchlässig, so dass das kein Problem sein dürfte. Auf diese Weise können die Milben direkt in der Brut abgetötet werden, was langfristig das Bienensterben ganzer Bienenvölker verhindern kann. Gleichzeitig sorgt die Ameisensäure im Bienenstock dafür, dass sich die Milben nicht mehr so effizient paaren können.

Gefährlich wird es erst für die Bienenpuppe, denn in diesem Entwicklungsstadium schalten Bienen ihr eigenes Immunsystem quasi aus.

Welche Vorteile hat die Varroa Behandlung mit Ameisensäure?

Die Varroabehandlung mit Ameisensäure hat sich vor allem in den Sommermonaten bewährt. Sie wirkt auch in der geschlossenen Brut und neben Varroamilben wirkt sie auch gegen die Tracheeenmilbe. Oftmals bemerken Imker einen Befall mit Tracheenmilben gar nicht, da diese in den Luftröhren der Bienen sitzen.

Viele andere Varroa Behandlungen basieren auf synthetischen Mitteln. Das Problem dabei: Die Milben entwickeln schnell Resistenzen dagegen. Das ist bei der Ameisensäure nicht der Fall. Gleichzeitig darf diese Varroabehandlung auch von zertifizierten Bio-Imkern verwendet werden. Hinzu kommt, dass man die Ameisensäure frei verkäuflich im Fachgeschäft für Imkereibedarf oder auch in der Apotheke erhalten kann.

Varroa Behandlung mit Oxalsäure

Ab dem Herbst können Imker zur Varroa Behandlung neben Ameisensäure auch auf Oxalsäure zurückgreifen. Diese wird gespritzt oder getropft und hat das Ziel, die Population der Milben soweit zu reduzieren, dass sie bis zum Ende der kommenden Brutsaison keinen Schaden mehr anrichten kann. Das kann allerdings nur dann gelingen, wenn nicht von außen neue Milben eingetragen werden. Daher ist eine regelmäßige Befallskontrolle wichtig.

Varroa Behandlung mit Milchsäure

Darüber hinaus haben Imker die Möglichkeit, geschwächte, infizierte Tiere mit Milchsäure zu behandeln. Dafür sollten idealerweise alle Bienen auf jeder Wabenseite und den Kastenwänden mit der Milchsäure besprüht werden. Am besten eignet sich diese Varroa Behandlung bei eingestelltem Bienenflug und Temperaturen von über sieben Grad Celsius. Pro Wabenseite wird eine Dosierung von fünf Milliliter 15-prozentiger Milchsäure empfohlen. In den Sommermonaten, wenn die Waben sehr stark besetzt sind und die Bienenbrut ebenfalls geschützt werden muss, kann man die Dosierung auf bis zu acht Milliliter pro Wabenseite erhöhen.

Weitere Möglichkeiten der Varroa Behandlung bei Bienenvölkern

Ein kürzlich bei Mellifera besprochener Artikel der Uni Hohenheim besagt, man könne die Königinnen und alle anderen Bienen im Stock auch durch Zugabe von Lithiumchlorid bei der Fütterung ausrotten. Allerdings kann dieses auch als Rückstand im produzierten Honig verbleiben, so dass derartige Präparate ein durchaus zweischneidiges Schwert sind.

Ebenfalls können symptomatische Bienenvölker, Königinnen, Drohnen und Arbeiterinnen mit Akariziden behandelt werden. Diese Varroa Behandlung durch Pestizide oder Biozide kann aber nicht nur die Milben sondern auch die Bienen selbst schädigen. So kann deren Hygieneverhalten verringert werden, was wiederum die Brut schwächt. Es kann aber auch die Suche nach Nahrung herabgesetzt werden.

Im Fazit lässt sich sagen, dass man selbst in der modernen Bienenkunde nicht die eine Methode kennt, um seine Bienenvölker vor Milben, vor allem der Varroa Milbe, zu schützen, sondern dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt. Welche davon die beste für die eigenen Bienen ist, muss jeder Imker für sich selbst heraus finden.

 

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